Sonntag, 12. September 2010

Long time no log

Ja, ist schon länger her, mein letzter Eintrag. Immerhin war ich auch ziemlich oft unterwegs
und hatte nicht mehr so viel über nicht funktionierende Programme zu meckern. Mal sehen was
ich noch so zusammen bekomme.

Zunächst standen ja die Besuche bei den Eltern an. Das heißt etwa eine Woche in Bad Zwischenahn
und eine weitere in Niebüll (Region). In Zwischenahn stand mal wieder die Woche an, weshalb man
meinen möchte, da hätte es genug zu sehen gegeben. Allerdings hatten wir schnell gemerkt, dass
man dort zwar viel essen kann, aber sonst doch recht schnell durch ist, besonders wenn das Budget
nur im zweistelligen Bereich liegt. Naja, essen ist ja auch schön. Und es gab auch noch wieder
einige Karoussells und andere Aktivitäten für kleinere Leute. Leider gab es nur so eine Luft-Schiffswrack-Rutsche
und keine richtige Hüpfburg. Das wär dann noch richtig toll gewesen. Aber naja, es gibt ja auch
noch den Kurpark und mehrere Bootsverleihe. Ersteres hat man jedoch schnell fertig besichtigt und letzteres
haben wir dann auch zwei mal in Anspruch genommen. Rudern macht eigentlich ziemlich Spaß, nur bekommt
man dabei leicht Blasen an den Händen, wenn man zu einer bestimmten Zeit wieder zurück sein muss. Zum Segeln sind
wir leider nicht mehr gekommen, da diese alle ausgeliehen waren, als wir das angehen wollten. Dafür hatten
wir dann die Wellen mit einem Elektroboot gejagt ^^. Auch diesmal hatten wir natürlich Lose für die
Ziehung. Diesmal wollte ich auch extra spät Lose holen, damit sich die Chance auf einen Gewinn erhöht.
Ok, es war dann doch Samstag, wenn ich mich recht erinner. Das Ergebnis war auch wieder das gleiche:
Die Gewinnzahlen umschifften geschickt unsere Losnummern. Es scheint sowieso so ein ungeschriebenes
Gesetz zu sein, dass man nur gewinnt, wenn man dort das erste Mal mitspielt und nur per Zufall genau
ein Los kauft.
Danach sind wir dann in den schönen, windigen und sehr verregneten Norden Deutschlands gefahren ^^.
Ich muss zugeben, es gab auch trockene Momente. Die Umgebung dort ist wahrlich idyllisch. Überall Felder
und jede zwei Kilometer vielleicht mal ein Haus. Sehr schön ist auch die nächste größere Stadt: Niebüll
Durch die Innenstadt geht man zwei Minuten zu Fuß ... maximal. Über die Hirarchie von Deichen wurde
ich dann auch noch belehrt, als es uns zu der Nordsee in Dagebüll getrieben hat. Ich bin ja ganz froh,
dass wir dort keinen "Eintritt" zahlen mussten, immerhin ist das ein Luftkurort ^^. Einen Vorteil hat es
natürlich, wenn das Wetter dort oben etwas stürmiger ist. Daher konnten wir nämlich sehr gut einen
Lenkdrachen steigen lassen, der einen in normaler Flughöhe schon ziemlich ziehen konnte. Wer weiß,
etwas mehr Höhe und wäre abgehoben ^^. So weit hatte ich es allerdings nicht probiert. Ich hatte aber
schon ganz vergessen, wie viel Spaß so etwas macht.

Des Weiteren hatte ich mich in der letzten Zeit etwas mehr mit kleinen Servern und besonders dem
Leistungsverbrauch beschäftigt. Dabei wurde mir gezeigt, dass die Physik-Vorlesungen viel zu lange
zurück liegen ^^. Denn beim Messen des Verbrauchs/der Leistung von verschiedenen Gerätschaften bei
mir zu Hause (in meiner Wiki zu sehen), ist mir ein fundamentaler Fehler unterlaufen. Wobei ein
Fehler war es eigentlich nicht direkt, nur ungenau ;).
Der Effekt: Ich hatte mich schon gewundert, wie viel das Mainboard mit dem Intel Atom 230 verbrauchte,
besonders im Vergleich zu meinem Haupt-Desktop-PC mit einem AMD X2 4850e. Ok, dabei muss man sagen,
dass ich die Idle-Werte verglichen hatte und der Atom keine Taktkontrolle hat. Trotzdem.
Das Problem: Ich war mir bei dem Messgerät nicht sicher, ob die Einstellung W oder VA richtig ist,
um den aktuellen Leistungsverbrauch zu messen. Da W meist weit geringer als VA war, nahm ich einfach
an, dass VA die richtige Einstellung wäre.
Die Erklärung: Natürlich ist beides richtig. Wie das so immer ist. Der Unterschied ist nur, dass VA
die Scheinleistung bezeichnet und W die Wirkleistung. Beides sind Eigenschaften einer
Wechselspannung/eines Wechselstroms, sofern es durch Spulen oder Kondensatoren zur Verschiebung der
Phase zwischen Spannung und Strom kommt. Dadurch wird die Leistung -- sofern die Vorzeichen von
Spannung und Strom beide negativ sind -- wieder in das Stromnetz zurückgespeist, geht also ungenutzt
verloren. Dadurch wird natürlich weniger Leistung verwendet, als entnommen wurde. Die so verloren
gegangene Leistung wird Blindleistung genannt. Die tatsächlich verwendete Leistung wird Wirkleistung
genannt. Die Scheinleistung ist dann das geometrische Mittel (Pythagoras) der beiden, also die gesamt
entnommene Leistung. Näheres ist in der Wikipedia schön unter "Blindleistung" beschrieben. Naja und
da es relativ aufwändig ist, Blindleistung zu messen, wird kleinen Abnehmern wie Privatleuten nur der
Wirkanteil berechnet.
Eigentlich ist also wirklich der Scheinanteil der gesamte Verbrauch, wenn es um die Kosten geht,
zählt jedoch nur der Wirkanteil. Daher werde ich die meisten Messungen nochmal machen müssen und
hoffen, dass der Verbrauch des Atom-Boards diesmal mehr meinen Erwartungen entspricht ^^. Mal sehen.

Ein anderes Thema sind die Zinkanoden, die ich noch bei mir zuhause rumliegen hab. Eigentlich wollte
ich daraus ja Batterien bauen. Sehr cool wäre auch noch, wenn ich damit den Server betreiben könnte.
Jedoch sind die Geometrien ein kleines Problem. Sie haben zwar, dadurch dass sie in Benutzung waren,
eine recht große Oberfläche, aber sie sind recht groß und lassen sich daher schlecht zu einer Zitronen,
oder Kartoffelbatterie verarbeiten. Zugegeben, die Ströme wären damit eh nicht allzu groß, aber
zum testen finde ich diese Art der Umsetzung doch ziemlich cool. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, die Metalle einfach in eine Säurelösung zu packen, ohne eine Membran. Das ist jedoch für
die Effizienz eher hinderlich. Außerdem erschwert sich dadurch der Aufbau recht stark. Darum war
der Gedanke die Anoden einzuschmelzen und neu zu formen. Mit einer Schmelztemperatur von etwa 400 °C
ist das noch im Bereich des Heimlabors ;). Unpraktisch ist nur, dass die Anoden etwas mit einer
weißen Substanz, ich nehme mal an Zinkchlorid, überzogen sind. Zinkchlorid schmilzt allerdings
schon bei etwa 300 °C. Etwas ungünstig, aber wahrscheinlich nicht kritisch. Allerdings fand ich
in einem Online-Forum auch die Warnung das lieber zu lassen, aufgrund des Zinkfiebers. Das ist
anscheinend eine Fieberartige Erkrankung, die generell durch Metalldämpfe verursacht wird, wenn
die beim Schmelzen eingeatmet werden. Angeblich geht sie jedoch nach einiger Zeit wieder weg und
hinterlässt keine schäden. Trotzdem sollte man das Schmelzen bei so hohen Temperaturen daher vielleicht
nicht im Appartement machen. Zumal da noch die Frage ist wie. Mein letzter Ansatz war in einem
Stahltopf über einem Campingkocher.
Bei der Recherche über das Schmelzen von Zink bin ich allerdings auf eine andere interessante
Eigenschaft gestoßen. Konzentrierte Zinkchloridlösungen sollen sich ähnlich wie konzentrierte
Schwefelsäure verhalten. Das heißt sie dehydratisieren genauso Holz. (Ich denke daher auch Zucker,
wie es immer in Demonstrationen mit Schwefelsäure verwendet wird.) Ob solch eine Herstellung
von Kohle natürlich erstrebenswert ist lasse ich mal offen, aber ein interessanter Zugang dazu
ist es trotzdem.

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