Letztens entdeckte ich ein Buch in einem Zeitschriftenladen im Hannoverschen Bahnhof. Der Titel war "Dangerous Book for Boys" (Das Buch war allerdings ins Deutsche übersetzt). Das Buch enthielt viele Experimente und anscheinend auch Geschichten für Jungen ... und anscheinend auch junggebliebene ;). Es sah sehr interessant aus, muss ich sagen. Jedenfalls enthielt es auch den obligatorischen Versuch, eine Batterie zu bauen. Bisher waren meine Versuche ja nicht so wirklich von Erfolg gekrönt, weshalb mich die Aufbauten von anderen immer interessieren. In dem Versuch gab es allerdings sogar eine "praktische Anwendung". Das heißt, es wurde nicht nur mit einem Multimeter gemessen, dass eine Spannungsdifferenz existiert und ein Strom fließt (fließen kann), sondern es sollte auch möglich sein mit der Batterie eine LED zum leuchten zu bekommen. Das hatte mich doch erstaunt, da ich bisher nicht mal einen konstant fließenden Strom bei meinen Versuchen messen konnte. Genanntes Experiment verwendete dazu Alufolie, Essig, Salz und 1 Euro Münzen (und eben die LED). Nunja, meine Münzen wollte ich nicht opfern, zumal ich ja auch Kupferfolie habe. Als LED hatte ich hier noch eine gelbe, die nach kurzer Recherche bei Reichelt angeblich eine Spannung von etwa 1.8 Volt benötigt und ab 2 mA nennenswert zu leuchten beginnt. Da meine bastlerischen Fähigkeiten ja nicht gerade rühmlich sind, musste also erstmal getestet werden, wie viele Elemente ich für den Betrieb der LED benötigen würde. Also erstmal zum Aufbau:
Das Kupferblech dient als Kathode, die Alufolie als Anode und das getränkte Löschpapier als Membran. Getränkt wird es mit einer Lösung aus Salz in Essig und dann einfach zwischen die beiden Platten gelegt. Ich denke das Salz ist nötig, um die passivierte Schicht des Aluminiums zu "durchdringen". Das hilft zumindest sehr bei der Reaktion mit Säuren. Wäre einen Versuch wert, das mal ohne Salz zu versuchen, da sich die Alufolie so natürlich auch recht schnell zersetzt.
Nunja, gemessen wurde etwa eine Spannung von 0.6 Volt und bei recht feuchtem Löschpapier ein konstanter Strom von etwa 6-7 mA. Dass der Strom schonmal messbar war, war an dem Punkt schon ein richtiges Erfolgserlebnis. Denn das hieß, dass das ganze funktionieren könnte. ^^ Und das bei einem Experiment, das ich selbst durchgeführt hatte. Also mussten drei solche Zellen gebaut werden, um auf etwa 1.8 V zu kommen. Und nachdem das mit viel Klebestreifen getan war, konnte sogar wirklich ein leichtes Glühen von der LED vernommen werden.
Eher ungewollte Experimente hatte ich dann noch nebenher durchgeführt. Eine Warnung vorweg: Es sollten keine alkalisch reagierenden Chemikalien auf einem Linoleum-Fußboden liegen gelassen werden. Ich bin mir zwar nicht 100%ig, aber doch ziemlich sicher, dass der Fußboden meines Appartements aus Linoleum besteht. Ich hab i.Ü. gerade in der Wiki erfahren, dass solche Fußböden aufgrund der ständigen Autoxidation des Linolöls immer Aldehyde produzieren und daher antibakteriell sind. Es ist also doch wohl gut öfters mal zu lüften ^^. Aber zurück zum Thema. Ich wollte mir mal wieder eine ZnCl-Lösung erstellen, indem ich es mit NaOH löse und nicht mit HCl, da letzteres eine viel zu starke Reaktion auslöste. Nunja, dabei verteilte sich das Natriumhydroxid leider etwas und weil ich davon ziemlich genervt war, ließ ich es erstmal auf dort liegen, wo es war. Blöde Idee, wie ich mir eigentlich auch vorher hätte denken können. Der Großteil lag auf der Spüle und löste sich so in Restpfützen. Natürlich hatte ich in diese später reingegriffen, was ich dann durch das Brennen an meiner Hand bemerkt -_-. Nunja, aber nicht nur das, NaOH ist ja anscheinend auch so recht hygroskopisch und löst sich auch dadurch etwas. Nunja, später schienen die Kügelchen jedenfalls weg und anstelle dieser waren dort dafür aber braune Stellen. Machts jetzt nicht gerade besser, wenn ihr mich fragt. Ist zwar alles nur eine Hypothese von mir, aber auch wenn ich wahrlich mit dem Gedanken gespielt habe, diese zu überprüfen, sollte ich meinen Fußboden lieber schonen. Fakt ist jedoch, dass Linoleum empfindlich auf basische Chemikalien reagiert.
Und das Zweite: Das mit der Salzsäure hatte ich ja schon angedeutet. Um sie zu entsorgen wollte ich sie natürlich neutralisieren. Dazu muss man ja ab und zu den pH-Wert kontrollieren. Kein Problem, da ich ja pH-Papier habe. Nur sollte man es unterlassen dieses auf einer Alu-Spüle abzulegen. Ich bin ja davon ausgegangen, dass sich die Salzsäure in das pH-Papier gesaugt und mit dessen Chemikalien reagiert hat, aber anscheinend reichte das nicht aus, oder es hat weiter reagiert. Jedenfalls entdeckte ich später eine schöne dunkle Verfärbung an der Stelle. Aber es war eh nicht gerade Clever das ganze über der Alu-Spüle zu machen. Ein Glück habe ich nichts von der Salzsäure daneben gekippt ...
Nunja, selbst schuld, kann man da nur sagen. Seit einiger Zeit habe ich aber auch schon wieder eine neue schwachsinnige Idee für ein - meiner Meinung nach - interessantes Experiment. Wieder geht es um Energie. Denn ich mag alternative Energien, Bio-Energien, oder selbst synthetisierte Treibstoffe. Nunja, da ich so schnell keinen Heimtrainer mit Generator bekomme (Ja es gibt genug Anleitungen zum Selbstbau, aber darin bin ich ja nicht so bewandt), muss die Bio-Energie irgendwie anders hergestellt werden. Bio-Gas wäre auch cool, aber so einen großen Behälter habe ich nicht. Außerdem stinkt das wahrscheinlich arg. Im Zimmer wäre das ungünstig. Bio-Diesel selbst machen ist auch nicht so einfach. Zum einen braucht man dafür angeblich Methanol und zum anderen auch noch Pflanzenöl. Nunja, das bekommt man auch so im Supermarkt, aber besser wäre natürlich noch selbst angebaut ^^. Jedenfalls ist mir da die Idee gekommen, da ich ja in letzter Zeit öfter Hefen züchte, eben diese zu verwenden, um Strom zu erzeugen. Man müsste nur eine so große Kultur erzeugen, dass sie genug CO2 produziert, um ein kleines Windrad anzutreiben. Ist natürlich nichts, was die CO2-Bilanz so sehr begünstigt. Alkohol erstellen lassen und verbrennen ginge natürlich auch, aber das wäre schwerer zu trennen und würde die Hefen eingehen lassen.
Hmm, aber vielleicht wäre die Mini-Biogasanlage daher doch besser ^^.
Montag, 20. September 2010
Experimente update
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