Sonntag, 1. August 2010

Angeblich sind die Deutschen ja Brotfanatiker.

Und da kann ich ja nicht einfach so außen vor stehen ;). Also könnte ich schon, aber Brot backen ist ja auch was tolles, darum ein erneutes Update zu meinen Erfahrungen in diesem Bereich.

Ich meine schon einmal erwähnt zu haben, dass ich mir aus dem Reformhaus so ein alternatives "Teiglockerungsmittel" gekauft hatte. Ich fands einfach lustig und dachte es wäre ein Zusatz zur Hefe, um den Teig noch fluffiger zu machen. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sogar ein Ersatz war.

Also ich würde ja nie Schleichwerbung machen, aber das genannte Produkt war das Sekowa Spezial-Backferment. Angeblich enthält es nur Weizenschrot, Maismehl, Erbsenmehl und Bio-Blütenhonig.

Nunja, das Rezept um mit diesem Backferment Brote zu machen, sollte jedoch insgesamt mehrere Tage dauern, weshalb ich das bis letztens nicht weiter verfolgt hatte. Die einzelnen Schritte beinhalteten nämlich die Herstellung eines Grundansatzes, der schonmal 1-2 Tage brauchte. Dieser kann dann für mehrere Brote verwendet werden und hält sich angeblich im Kühlschrank etwa 4 Monate.
Dazu wird dieses Backferment mit Wasser und Mehl mehrmals "gezüchtet". Zuende ist es allerdings angeblich erst, nachdem sich das Volumen etwa verdoppelt hat, oder gar mehr. Das hatte bei mir allerdings etwa dreimal so lange gedauert, wie in der Vorschrift. Und das obwohl ich es die meiste Zeit im Backofen hatte. Vielleicht ist dabei starke Wärme doch eher schädlich ...
Mit dem Grundansatz wird dann ein Teigansatz gemacht, der nochmal einen Tag benötigt und zum Schluss dann der Hauptteig, der noch 1-2 Stunden brauchen soll. Die restlichen Schritte haben auch nochmal einiges länger gedauert, als in der Anleitung beschrieben, aber immerhin konnte man letztendlich noch sehen, dass der Teig sehr gut ging.

Ein großer Unterschied zu den Teigen mit Hefe war auch, dass ich ihn viel flüssiger gehalten habe. Der Grund war schlicht, dass ich sichergehen wollte, dass der Teig auch aufgeht. In der Anleitung stand immerhin etwas von "geschmeidigem Teig" und dass man sowieso in Formen füllen sollte. Das Resultat war eine ziemlich weiße und harte Oberfläche, wie bei meinen ersten Versuchen mit Hefe. Jedoch hatte ich auch nicht dafür gesorgt, dass der Teig nicht austrocknen kann (also mit Alufolie abdecken, oder so). Vielleicht ist es auch ein Problem der Flüssigkeit des Teiges, was allerdings kontraintuitiv wäre. Das gilt es daher noch zu untersuchen. Abgesehen davon war der Teig allerdings großartig. Da die Formen eingefettet waren, waren die anderen Seiten natürlich ziemlich getränkt und nicht knusprig, die Konsistenz war jedoch ziemlich fluffig. Die Butter tat dem eigentlich auch keinen Abbruch, sondern fügte noch etwas Geschmack hinzu.

Es gilt also noch die Konsistenz der Oberfläche zu optimieren, aber ansonsten ist es ein sehr gutes, wenn nicht bisher das beste Ergebnis meiner Brotbackversuche.

Da der Grundansatz deutlich bewiesen hat, dass er lebhaftig Gehen kann, hatten wir ihn außerdem "Klaus" getauft. Mal sehen was sich aus Klaus also noch so machen lässt ;). Vielleicht lässt er sich ja auch zu einem Fotoshooting überreden.