Sooooo, lang vor gehabt zu schreiben und nun wird es doch noch einmal
was. Wie vielleicht einige wissen, sind wir gestern mit dem Flugzeug,
um etwa 6:30, nach Trondheim geflogen (über Kopenhagen). Ging soweit
ganz gut, selbst das Aufstehen. Es ist auch sehr vorteilhaft, so früh am
Flughafen zu sein. Man muss definitiv nicht an einer Schlange warten.
Trotzdem kommt man nicht drum herum das zu tun, da die Schalter selbst
noch nicht offen sind, wenn man artig zwei Stunden vorher dort ist.
Nunja, auf dem Flug von Kopenhagen nach Trondheim bin ich das erste Mal
mit einem Propeller-betriebenen Flugzeug geflogen (glaube ich). Das war
schon ganz cool. Die meiste Zeit war es recht bewölkt, aber ab und zu
konnte man die schneebedeckten Berge sehen, die von oben ziemlich platt
aussahen ;). Da wir sicherheitshalber keine elektrischen Geräte
verwendet haben, gibt es davon allerdings leider keine Fotos.
Angekommen
haben wir auch relativ schnell unseren Koffer und gerade so noch einen
Bus nach Trondheim - in den Bezirk Moholt - bekommen. Dort ging es dann
erstmal zur Rezeption, um einen Zimmerschlüssel abzuholen. Es ist schon
sehr praktisch, dass in Norwegen nahezu jeder Englisch spricht - und
meist besser als ich selbst. Daher ging die Verständigung schonmal recht
gut. Nur leider zeigte sich, dass sich das Problem mit der Organisation
noch nicht so richtig gelöst hatte, denn die Person war etwas
verwundert, dass wir bei ihr nach einem Schlüssel fragten, bekamen dann
aber doch einen. Das Wohnheim ist anscheinend selbstverwaltet und
offensichtlich bedeutet das relativ wenig Informationsaustausch. Sie war
aber sehr nett und hilfreich, zudem gab es noch ein paar
Willkommensgeschenke wie einen USB-Stick mit Informationen und so ein
Hosen-halt-Ding, das man zusammenrollen kann (ihr wisst schon was ich
meine *hust*). Sehr interessant fand ich auch die
Selbstbedienungs-Schale in der Warteecke mit einem Inhalt, der sehr nach
Kondomen aussah. Das kann man jetzt sehen wie man will: Entweder sie
gehen damit recht offen und verantwortungsvoll um, oder man sieht es als
Hinweis auf die Hauptaspekte des Klischee-Studentenlebens.
Wie
auch immer, das bringt mich auf die Besonderheiten
Norwegens/Trondheims, die mir bisher aufgefallen sind. Auf dem Weg in
die Stadt ist mir zunächst aufgefallen, dass die Verkehrsschilder zum
Teil ganz andere Designs haben, als hier in Deutschland. Die Schriftart
ist anders, oft sind die Schilder farbiger, z. B. das Schild für die
Reduzierung von Fahrstreifen ist anders und generell scheint auch so
ziemlich alles als Verkehrsschild dargestellt zu werden. Außerdem gibt
es in Trondheim zig Zebrastreifen. Teilweise könnte man im Rechteck
laufen, ohne groß über Fußgängerweg laufen zu müssen. Sogar zwischen
Ampeln sind teilweise solche Fußgängerüberwege. Aber vielleicht wurden
die nun einfach durch Ampeln ersetzt. Außerorts sind die
Farbahnbegrenzungspfeiler auch nicht solche Plastikdinger mit schwarzem
Pfeil, sondern dunkle, anscheinend Holz-, Stäbe mit weißen Streifen.
So,
nach dem Besuch in Moholt mussten wir nach Persaunet (bin mir immernoch
nicht sicher, wie das ausgesprochen wird) und da man ja geizig ist,
läuft man das. Ist zwar mit drei Koffern und zwei Taschen nicht gerade
das einfachste, aber man ist ja noch jung. Schade nur, wenn man dann in
die falsche Richtung läuft. Es war zwar ein wunderschöner Weg, aber
leider so ziemlich genau entgegengesetzt der Richtung, in die wir
mussten. Nach einer großen Kurve und etwas Hilfe eines Norwegers sind
wir dann die richtige Richtung gelaufen, nur leider ging es immer
steiler hinauf. Ich hätte so nen 40°-Winkel gegen horizontalen Boden
geschätzt. Irgendwann hatten wir dann aber doch Glück und erwischten ein
freies Taxi. Ich frage mich, ob es in Norwegen für eine Strecke einen
Festpreis gibt, denn das Taximeter zählte zwar die Strecke hoch, aber
der Preis stand von vornherein fest. Nur leider war dann die Verwirrung
noch nicht zuende, da es von der Adresse auf einmal ein A und B gab und
sich die auffindbaren Leute auch nicht so genau auskannten. Irgendwann
sind wir dann durch ein paar Tipps in das richtige Gebäude diffundiert
und dort trafen wir dann die ersten Bewohner des Hauses - die munter
Deutsch redeten. Das war schon etwas überraschend, klärte sich aber
nachher. Das geschah, als sich nach weiterem rumgefrage herausstellte,
dass die deutsche Person im selben Zimmer wohnte und die Verwaltung
Erasmus-Studenten generell nach Nation sortiert. Das staunen hörte
allerdings nicht auf, als wir die anderen Leute der Etage kennenlernten.
Der Großteil der Etage besteht nämlich aus deutschsprachigen Personen.
Und es sollte sich herausstellen, dass in der Jugendherberge, in der ich
mich untergebracht hatte, weitere deutsche Studenten wohnen. Man hat
das Gefühl mehr Deutsche als Norweger zu sehen.
Nunja, da ich nun auch bald ins Bett muss, die weitere Erläuterung etwas kürzer:
Da ich in der Jugendherberge schon
ein Bett gebucht hatte, ging es nach einem kurzen Einkauf daran, diese
zu suchen. Also liefen wir dort erst einmal hin, dann wieder zurück und
ich mit meinem Koffer letztendlich wieder zur Jugendherberge. Dass man
von dem ganzen Laufen langsam die Schnauze voll hatte, erklärt sich von
selbst. Der Tag ging mit entsprechenden Gefühlen zuende, immerhin war er
recht stressig. Der zweite Tag zeigte sich jedoch schon von einer
angenehmeren Seite, worüber aber ein andermal berichtet wird :).
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