Dienstag, 11. Oktober 2011

Kumo in Trondheim - Take 1

Sooooo, lang vor gehabt zu schreiben und nun wird es doch noch einmal was. Wie vielleicht einige wissen, sind wir gestern mit dem Flugzeug, um etwa 6:30, nach Trondheim geflogen (über Kopenhagen). Ging soweit ganz gut, selbst das Aufstehen. Es ist auch sehr vorteilhaft, so früh am Flughafen zu sein. Man muss definitiv nicht an einer Schlange warten. Trotzdem kommt man nicht drum herum das zu tun, da die Schalter selbst noch nicht offen sind, wenn man artig zwei Stunden vorher dort ist. Nunja, auf dem Flug von Kopenhagen nach Trondheim bin ich das erste Mal mit einem Propeller-betriebenen Flugzeug geflogen (glaube ich). Das war schon ganz cool. Die meiste Zeit war es recht bewölkt, aber ab und zu konnte man die schneebedeckten Berge sehen, die von oben ziemlich platt aussahen ;). Da wir sicherheitshalber keine elektrischen Geräte verwendet haben, gibt es davon allerdings leider keine Fotos.

Angekommen haben wir auch relativ schnell unseren Koffer und gerade so noch einen Bus nach Trondheim - in den Bezirk Moholt - bekommen. Dort ging es dann erstmal zur Rezeption, um einen Zimmerschlüssel abzuholen. Es ist schon sehr praktisch, dass in Norwegen nahezu jeder Englisch spricht - und meist besser als ich selbst. Daher ging die Verständigung schonmal recht gut. Nur leider zeigte sich, dass sich das Problem mit der Organisation noch nicht so richtig gelöst hatte, denn die Person war etwas verwundert, dass wir bei ihr nach einem Schlüssel fragten, bekamen dann aber doch einen. Das Wohnheim ist anscheinend selbstverwaltet und offensichtlich bedeutet das relativ wenig Informationsaustausch. Sie war aber sehr nett und hilfreich, zudem gab es noch ein paar Willkommensgeschenke wie einen USB-Stick mit Informationen und so ein Hosen-halt-Ding, das man zusammenrollen kann (ihr wisst schon was ich meine *hust*). Sehr interessant fand ich auch die Selbstbedienungs-Schale in der Warteecke mit einem Inhalt, der sehr nach Kondomen aussah. Das kann man jetzt sehen wie man will: Entweder sie gehen damit recht offen und verantwortungsvoll um, oder man sieht es als Hinweis auf die Hauptaspekte des Klischee-Studentenlebens.

Wie auch immer, das bringt mich auf die Besonderheiten Norwegens/Trondheims, die mir bisher aufgefallen sind. Auf dem Weg in die Stadt ist mir zunächst aufgefallen, dass die Verkehrsschilder zum Teil ganz andere Designs haben, als hier in Deutschland. Die Schriftart ist anders, oft sind die Schilder farbiger, z. B. das Schild für die Reduzierung von Fahrstreifen ist anders und generell scheint auch so ziemlich alles als Verkehrsschild dargestellt zu werden. Außerdem gibt es in Trondheim zig Zebrastreifen. Teilweise könnte man im Rechteck laufen, ohne groß über Fußgängerweg laufen zu müssen. Sogar zwischen Ampeln sind teilweise solche Fußgängerüberwege. Aber vielleicht wurden die nun einfach durch Ampeln ersetzt. Außerorts sind die Farbahnbegrenzungspfeiler auch nicht solche Plastikdinger mit schwarzem Pfeil, sondern dunkle, anscheinend Holz-, Stäbe mit weißen Streifen.

So, nach dem Besuch in Moholt mussten wir nach Persaunet (bin mir immernoch nicht sicher, wie das ausgesprochen wird) und da man ja geizig ist, läuft man das. Ist zwar mit drei Koffern und zwei Taschen nicht gerade das einfachste, aber man ist ja noch jung. Schade nur, wenn man dann in die falsche Richtung läuft. Es war zwar ein wunderschöner Weg, aber leider so ziemlich genau entgegengesetzt der Richtung, in die wir mussten. Nach einer großen Kurve und etwas Hilfe eines Norwegers sind wir dann die richtige Richtung gelaufen, nur leider ging es immer steiler hinauf. Ich hätte so nen 40°-Winkel gegen horizontalen Boden geschätzt. Irgendwann hatten wir dann aber doch Glück und erwischten ein freies Taxi. Ich frage mich, ob es in Norwegen für eine Strecke einen Festpreis gibt, denn das Taximeter zählte zwar die Strecke hoch, aber der Preis stand von vornherein fest. Nur leider war dann die Verwirrung noch nicht zuende, da es von der Adresse auf einmal ein A und B gab und sich die auffindbaren Leute auch nicht so genau auskannten. Irgendwann sind wir dann durch ein paar Tipps in das richtige Gebäude diffundiert und dort trafen wir dann die ersten Bewohner des Hauses - die munter Deutsch redeten. Das war schon etwas überraschend, klärte sich aber nachher. Das geschah, als sich nach weiterem rumgefrage herausstellte, dass die deutsche Person im selben Zimmer wohnte und die Verwaltung Erasmus-Studenten generell nach Nation sortiert. Das staunen hörte allerdings nicht auf, als wir die anderen Leute der Etage kennenlernten. Der Großteil der Etage besteht nämlich aus deutschsprachigen Personen. Und es sollte sich herausstellen, dass in der Jugendherberge, in der ich mich untergebracht hatte, weitere deutsche Studenten wohnen. Man hat das Gefühl mehr Deutsche als Norweger zu sehen.

Nunja, da ich nun auch bald ins Bett muss, die weitere Erläuterung etwas kürzer:
Da ich in der Jugendherberge schon ein Bett gebucht hatte, ging es nach einem kurzen Einkauf daran, diese zu suchen. Also liefen wir dort erst einmal hin, dann wieder zurück und ich mit meinem Koffer letztendlich wieder zur Jugendherberge. Dass man von dem ganzen Laufen langsam die Schnauze voll hatte, erklärt sich von selbst. Der Tag ging mit entsprechenden Gefühlen zuende, immerhin war er recht stressig. Der zweite Tag zeigte sich jedoch schon von einer angenehmeren Seite, worüber aber ein andermal berichtet wird :).

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